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Pécs
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PĂ©cs (deutsch FĂŒnfkirchen, lateinisch Quinque Ecclesiae, slowakisch PÀƄkostolie, kroatisch PeÄuh, serbisch-kyrillisch ĐĐ”ŃŃŃ PeÄuj) ist mit 138.420 Einwohnern (1. Jan. 2022) die fĂŒnftgröĂte Stadt Ungarns und Sitz des Komitats Baranya und hat selber Komitatsrecht. Sie liegt nahe der kroatischen Grenze am FuĂe des Mecsek-Gebirges.
Die Stadt ist Bischofssitz und Sitz einer UniversitĂ€t sowie Zentrum der Donauschwaben und Heimat von neun ethnischen Minderheiten mit eigenen Selbstverwaltungen. Zahlreichen BaudenkmĂ€ler verleihen dem Ort eine mediterrane AtmosphĂ€re. 2010 war PĂ©cs âKulturhauptstadt Europasâ.
Contents
âą Geschichte
âą Wirtschaft
âą Verkehr
âą Bildung
âą Einwohner
âą Minderheiten
âą Sport
âą Medien
âą Klimatabelle
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
PĂ©cs ist eine der Ă€ltesten StĂ€dte Ungarns und war bereits zu vorgeschichtlicher Zeit ein Siedlungsort. Zur Zeit der römischen Herrschaft war die Anfang des 2. Jahrhunderts gegrĂŒndete Stadt unter dem Namen Sopianae seit dem 3. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Provinz Pannonia. SpĂ€ter hieĂ sie (lat.) Quinque Ecclesiae (âfĂŒnf Kirchenâ), woraus sich ihr spĂ€terer deutscher Name FĂŒnfkirchen herleitet. Der heutige Name der Stadt taucht erstmals 1235 in einer Urkunde als Pechut (âPĂ©cser Wegâ) auf. 1290 wurde die Stadt in einer Urkunde Peech genannt. Die Bedeutung des Namens ist nicht klar, es gibt dazu mehrere Theorien. Eine davon deutet PĂ©cs als eine Ableitung der slawischen Wurzel fĂŒr âfĂŒnfâ (tschechisch pÄt, slowakisch pÀƄ, serbisch/kroatisch pet).
Im Jahr 1367 grĂŒndete König Ludwig der GroĂe die erste ungarische UniversitĂ€t, zur damaligen Zeit eine der frĂŒhesten UniversitĂ€ten Mitteleuropas. Von 1543 bis 1686 stand PĂ©cs unter osmanischer Herrschaft. Aus dieser Zeit sind viele BaudenkmĂ€ler gut erhalten geblieben und inzwischen renoviert. Im 16. und 17. Jahrhundert war PĂ©cs ein Zentrum des ungarischen Unitarismus. Die Allerheiligenkirche wurde damals gemeinsam von Katholiken, Reformierten und Unitariern benutzt. Im Jahr 1588 war die Kirche Schauplatz der FĂŒnfkirchner Disputation zwischen Reformierten und Unitariern.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] Nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft siedelten die Habsburger im Umkreis von PĂ©cs zum Zwecke des Landesausbaus aus Schwaben stammende Familien an, sodass die Gegend als âSchwĂ€bische TĂŒrkeiâ bekannt wurde.cite-ref-4[4]
SehenswĂŒrdigkeiten
âą Kathedrale St. Peter und Paul (11. Jahrhundert, umgebaut im 19. Jahrhundert mit Ausmalungen des deutschen Malers Karl Christian Andreae)
âą Bischofspalast
⹠Bischöfliche Bibliothek, im 18. Jahrhundert eingerichtet durch Bischof György Klimo
âą BarbakĂĄn (Festungsturm)
âą Nationaltheater (Nemzeti SzĂnhĂĄz) von Adolf Lang und Antal Steinhardt (eröffnet 1895)
âą Moschee Gazi Khassim, zur christlichen Kirche umgebaut
âą Zsolnay-Brunnen auf dem Hauptplatz (SzĂ©chenyi-tĂ©r), ein PrachtstĂŒck des Jugendstils mit der typischen Eosin-Glasur lokaler Majoliken
âą Moschee des Paschas Jakowali Hassan, das am besten erhaltene islamische Bauwerk in Ungarn. Der Gebetsraum dient als Museum und zeigt tĂŒrkische Geschichts- und KunstgegenstĂ€nde. Daneben steht ein 23 Meter hohes Minarett.
âą Grabkapelle von Baba Idris
âą Bad von Pascha Memi (TörökfĂŒrdĆ; tĂŒrkisches Bad)
âą FrĂŒhchristlicher Friedhof aus spĂ€trömischer Zeit mit ausgemalten Grabkammern (Weltkulturerbe der UNESCO)cite-ref-5[5]
⹠Bedeutende Museen wie das Csontvåry-Museum, das Vasarely-Museum, das Zsolnay-Museum, der Modern Hungarian Gallery und das römische Lapidarium
âą Zahlreiche DenkmĂ€ler, malerische PlĂ€tze, sĂŒdlich anmutende Innenhöfe und StraĂencafĂ©s mit sĂŒdlichem Flair
⹠Botanischer Garten der UniversitÀt Pécs (PTE)
âą Postpalast
âą Forschungsinstitut fĂŒr Weinbau und Ănologie (FVM SzĆlĂ©szeti Ă©s BorĂĄszati KutatĂłintĂ©zete PĂ©cs) mit einer der gröĂten Sammlungen der Welt an Wein- und Tafeltrauben (knapp 1.200 Sorten)
âą Fernsehturm auf dem Berg Misina
âą Kirche auf dem Berg Havihegy (Schneeberg)
âą Ruinen auf dem Tettye
âą Synagoge, erbaut 1869
âą Tiergarten
âą Die PĂ©cs ĂrkĂĄd ist das gröĂte Einkaufszentrum in PĂ©cs. Das von ECE Projektmanagement errichtete Center wurde im MĂ€rz 2004 eröffnet und beherbergt auf 35.000 Quadratmetern VerkaufsflĂ€che 130 internationale und regionale GeschĂ€fte.
âą Das MagashĂĄz (ungar. âHochhausâ) war ein 84 Meter hohes Hochhaus mit 25 Stockwerken in PĂ©cs. Es wurde 1974 errichtet und war seit 1989 wegen mangelhafter Baustatik (Korrosion des Spannbetons) unbewohnt. Es galt als das höchste unbenutzte Hochhaus in Mitteleuropa und ist deshalb sogar in das Guinness-Buch der Rekorde eingetragen worden. Wegen der Lage inmitten eines Wohngebietes kam eine Sprengung nicht infrage, so wurde es 2016 von oben nach unten abgetragen.
Wirtschaft
Pécs ist das Zentrum einer Industrieregion (Kohle, Uran, Leder, Keramik, Bier und Zigaretten sowie Elektronik).
Der 1997 eingestellte Uranbergbau wurde ab 2006 mit einer Konzession fĂŒr die Wildhorse Energy Limited (WHE, mit Sitz in Perth, Australiencite-ref-6[6]) auf seine Wirtschaftlichkeit hin untersucht. 2012 stimmte die ungarische Regierung einem Joint Venture zwischen zwei ungarischen Energieunternehmen und WHE mit dem Ziel des Abbaus der ErzlagerstĂ€tten zu.cite-ref-7[7] 2014 wurde das Vorhaben wegen geringer Erfolgsaussichten und hoher Betriebskosten eingestellt, ebenso die Planung einer mit dem Uranprojekt verbundenen Kohlevergasungsanlage.cite-ref-8[8]
Verkehr
DarĂŒber hinaus ist PĂ©cs mit seinem Hauptbahnhof (FĆpĂĄlyaudvar) ein Eisenbahnknotenpunkt. Es bestehen zweistĂŒndige Intercity-Verbindungen nach Budapest.
Der Flughafen PĂ©cs-PogĂĄny im sĂŒdlichen Vorort PogĂĄny mit Landerecht fĂŒr Flugzeuge bis zu 40 Tonnen Gewicht existiert seit Dezember 2003. Bis 2023 fungierte er als ein reiner Privatflughafen fĂŒr Kleinflugzeuge ohne Linienverkehr.cite-ref-9[9] Seit 2024 bietet die Airline Universal Air regelmĂ€Ăige, von PĂ©cs ausgehende FlĂŒge nach MĂŒnchen und Malta an.cite-ref-10[10]
Bildung
In Pécs befindet sich das bisher einzige Roma-Gymnasium Ungarns, das Gandhi-Gymnasium, das 1994 den Lehrbetrieb aufnahm.
Die UniversitÀt Pécs bietet das Studium der Humanmedizin und der Zahnmedizin in deutscher und englischer Sprachecite-ref-11[11] sowie ein englischsprachiges Studium der Pharmaziecite-ref-12[12]. Ein englischsprachiges Studium kann zusÀtzlich an der Faculty of musical and visual arts absolviert werden.
Einwohner
Bevölkerungsstatistik
Die folgende Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Pécser Bevölkerung seit dem Jahr 1850.
Minderheiten
Ein kleinerer Teil der deutschen Auswanderer, die in ihrem Heimatland in etwa zwanzig Dörfern der Umgebung von Fulda lebten, waren Ende des 18. Jahrhunderts nach Ungarn gekommen. Sie nennen sich selbst âStiffolderâ, was Stiftsfuldaer bedeutet, da ihre Vorfahren dem Hochstift Fulda entstammten.cite-ref-13[13] In der Stadt gibt es zwei deutschsprachige KindergĂ€rten und zwei Gymnasien, in denen Deutsch als NationalitĂ€tenfach unterrichtet wird.
Im Kulturleben der Ungarndeutschen gilt Pécs als die wichtigste Stadt Ungarns. Mehr als die HÀlfte der deutschsprachigen Bevölkerung Ungarns lebt in der Umgebung der Stadt. Die Nikolaus-Lenau-Stiftung in Pécs gehört zu den wichtigen deutschen KulturtrÀgern im Komitat Baranya.cite-ref-14[14]
In Pécs lebten 1944 etwa 3500 Juden. Diese wurden nach der deutschen Besetzung Ungarns von den ungarischen Behörden ghettoisiert und Anfang Juli 1944 in das KZ Auschwitz deportiert.
Sport
âą Der PĂ©csi Mecsek FC ist ein in der dritten ungarischen Nationalliga spielender FuĂballverein.
⹠Die Damen-Basketball-Mannschaft MiZo Pécs 2010 wurde mehrmals ungarischer Meister, Pokalsieger und 2001 und 2004 Dritter in der Euroleague.
⹠Sowohl 2023 als auch 2024 war Pécs Teil und Ziel der letzte Etappe der Tour de Hongriecite-ref-15[15]
Kulturveranstaltungen
âą JĂ€hrlich findet das Staatliche Theatertreffen PĂ©cs (PĂ©csi OrszĂĄgos SzĂnhĂĄzi TalĂĄlkozĂł, POSZT), eines der gröĂten Ereignisse im Theaterleben Ungarns, statt.
âą Rockmaraton fesztivĂĄl (Musikfestival)
⹠ICWiP (International Cultural Week in Pécs)
âą European Convival Winesong Festivals
Medien
Siehe auch
:
FĂŒnfkirchner Zeitung
Söhne und Töchter der Stadt
â
Hauptartikel
:
Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Pécs
StÀdtepartnerschaften
| Stadt | Land | seit | Typ |
|---|---|---|---|
| Aix-en-Provence | Frankreich Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur, Frankreich | 2011 | Partnerstadt |
| Arad | RumĂ€nien CriÈana, RumĂ€nien | 2000 | Schwesterstadt |
| BeyoÄlu , Istanbul | Turkei TĂŒrkei | 2018 | Schwesterstadt |
| Cluj-Napoca (Klausenburg) | RumÀnien Transilvania, RumÀnien | 1990 | Schwesterstadt |
| Fellbach | Deutschland Baden-WĂŒrttemberg, Deutschland | 1986 | Schwesterstadt |
| Graz | Osterreich Steiermark, Ăsterreich | 1989 | Schwesterstadt |
| Krakau | Polen MaĆopolskie, Polen | 1987 | Partnerstadt |
| KĂŒtahya | Turkei TĂŒrkei | 1981 | Schwesterstadt |
| Lahti | Finnland PÀijÀt-HÀme, Finnland | 1956 | Schwesterstadt |
| Lyon | Frankreich Auvergne-RhĂŽne-Alpes, Frankreich | 1998 | Schwesterstadt |
| Namur | Belgien Wallonie, Belgien | | Partnerstadt |
| Novi Sad | Serbien Vojvodina, Serbien | 2009 | Schwesterstadt |
| OlmĂŒtz | Tschechien Morava, Tschechien | | Partnerstadt |
| Osijek | Kroatien Osijek-Baranja, Kroatien | 1973 | Schwesterstadt |
| Samobor | Kroatien Zagreb, Kroatien | 2000 | Partnerstadt |
| Schiras | Iran Fars, Iran | 2015 | Schwesterstadt |
| Seattle | Vereinigte Staaten Washington, Vereinigte Staaten | 1991 | Schwesterstadt |
| Sliwen | Bulgarien Bulgarien | 1969 | Partnerstadt |
| Terracina | Italien Latium, Italien | 1996 | Schwesterstadt |
| Tucson | Vereinigte Staaten Arizona, Vereinigte Staaten | 1992 | Schwesterstadt |
| Tuzla | Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina | 1997 | Partnerstadt |
Klimatabelle
Literatur
âą Wilhelm Droste, Ăva ZĂĄdor: PĂ©cs: ein Reise- und Lesebuch. Verlag Arco, Wuppertal 2010, ISBN 978-3-938375-35-8
âą Konrad GĂŒndisch, Harald Roth: FĂŒnfkirchen/PĂ©cs. Geschichte einer europĂ€ischen Kulturhauptstadt. Verlag Böhlau, 2010, ISBN 978-3-205-78438-8
⹠Pécs, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009, ISBN 978-965-308-345-5, S. 579f.
Weblinks
Commons
: Pécs
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Pécs
â ReisefĂŒhrer
⹠Offizielle Website der Stadt Pécs (ungarisch, englisch, deutsch)
âą PĂ©cs â Kulturhauptstadt Europas 2010 (ungarisch, englisch, deutsch, kroatisch)
⹠Pécs in A Pallas nagy lexikona (ungarisch)
âą Zur Geschichte des Doms
⹠Luftaufnahmen von Pécs
âą Historische Illustration von Lukas Schnitzer von 1665 (Digitalisat)
Einzelnachweise
cite-note-11. Helyi önkormĂĄnyzati vĂĄlasztĂĄsok 2019 â PĂ©cs (Baranya megye). Nemzeti VĂĄlasztĂĄsi Iroda, abgerufen am 25. Dezember 2019 (ungarisch).
cite-note-22. â Harald Roth und Konrad GĂŒndisch: FĂŒnfkirchen/PĂ©cs â Geschichte einer EuropĂ€ischen Kulturhauptstadt. Köln/Weimar/Wien 2010, S. 54.
cite-note-33. â Touristeninformation PĂ©cs: Allerheiligen-Kirche
cite-note-44. â Andreas Kossert: Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945. Siedler, MĂŒnchen 2008, S. 24.
cite-note-55. â Die Restauration des Friedhofs von Sopianae, Metropolis-Beitrag in Arte TV (Memento vom 3. Januar 2014 im Internet Archive)
cite-note-66. â Wildhorse Energy Signs Cooperation Agreement With Mecsek-Ăko And MECSEKĂRC For Developing Mecsek Hills Uranium Project In Hungary. NS Energy, 12. Oktober 2009
cite-note-77. â Joint Venture zur Wiederauffahrung der Uranerz-Mine, abgerufen am 2. Juli 2012
cite-note-88. â World Nuclear Association: Nuclear Power in Hungary. Stand 3. Dezember 2024, online, abgerufen am 22. November 2025
cite-note-99. â Flughafen PĂ©cs
cite-note-1010. â John Woods: Neue regelmĂ€Ăige FlĂŒge verbinden das Mittelmeerparadies mit ungarischen und deutschen StĂ€dten â Daily News Ungarn. 7. Februar 2024, abgerufen am 18. Mai 2024.
cite-note-1111. â UniversitĂ€t PĂ©cs Medizinische FakultĂ€t â FĆoldal. Abgerufen am 30. Mai 2020. an
cite-note-1212. â PTE ĂOK: Pharmazie. Abgerufen am 30. Mai 2020.
cite-note-1414. â GebĂ€ude â Das Lenau-Haus. auf pecs.hu, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 3. Januar 2014; abgerufen am 14. Februar 2018.
cite-note-1515. â Tour de Hongrie. Abgerufen am 18. Mai 2024.
cite-note-twins-1616. â TestvĂ©rvĂĄrosok, PartnervĂĄrosok Ç VĂĄrosunk PĂ©cs. Gemeinde der Kreisstadt PĂ©cs, abgerufen am 11. Juli 2022 (ungarisch).
cite-note-1717. â PartnerstĂ€dte von PĂ©cs. In: pecseconomy.eu. PĂ©cs, abgerufen am 24. August 2021.